Vom Fotografen zum 3D-Artist - mein Weg zu Studio Kalz

Behind The Scenes: Wie ich vom Produktfotografen zum 3D-Artist wurde

Über Studio Kalz

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine klassische Ausbildung zum 3D-Artist gibt es nicht - der Weg führt über YouTube, Community-Foren und Learning-by-Doing.
  • Ein Fotografie-Hintergrund ist Gold wert: Licht, Komposition und Materialwirkung lassen sich 1:1 in 3D anwenden.
  • Blender ist kostenlos und liefert mit Cycles fotorealistische Ergebnisse - teure Software ist am Anfang unnötig.
  • Licht und Bildkomposition schlagen 3D-Modelling; eine früh gewählte Nische macht sichtbar und auffindbar.
  • Echte Projekte statt Donut-Tutorials bauen ein Portfolio auf, das überzeugt.
  • Die Nachfrage nach Produktbildern wächst rasant, während klassische Fotografie-Ausbildungen verschwinden - eine große Chance für 3D-Artists.
  • Niels Kalz wechselte nach über zehn Jahren Produktfotografie zu 3D und gründete 2021 Studio Kalz.

Ich bin Niels, Gründer von Studio Kalz. Dieser Artikel erzählt, wie ich vom Produktfotografen zum 3D-Artist wurde - von den ersten Fotos mit einer Einwegkamera bis zur eigenen 3D-Agentur. Wer selbst über diesen Weg nachdenkt oder wissen will, warum 3D-Visualisierung die Produktfotografie ergänzt und teilweise ersetzt, findet hier eine ehrliche Innenansicht.

Alles begann mit neun Jahren und einer Einwegkamera

Ich fotografiere, seit ich neun bin. Mein erstes Motiv war ein nagelneues Einrad an Weihnachten, angelehnt an die Holzschrankwand im Wohnzimmer, festgehalten mit einer Einwegkamera. Kein Stativ, kein Blitz, kein Plan - aber der Anfang von allem.

Ich fotografierte, so viel ich konnte. Im Garten entstanden Makroaufnahmen von Blüten, Blättern und Strukturen, und auch unsere Katzen und die Familie blieben nicht verschont. Ein Highlight war die Sony Handycam Video 8 meines Opas. Da war klar: Bilder und Videos machen ist mein Ding.

Kurz danach bestellte ich meine erste analoge Kamera aus dem Quelle-Katalog, zur Konfirmation folgte die erste Digitalkamera, eine Canon Ixus 75.

Die ersten 3D-Experimente kamen in der achten Klasse: erst „Art of Illusion“, später Blender. Tutorials gab es damals kaum, und trotzdem waren die ersten Renderings von Würfeln und „Suzannes“ aufregend. Bilder aus dem Nichts entstehen lassen - dieses Gefühl hat mich nie wieder losgelassen. Erst einmal übernahm aber die Fotografie.

Die Fotografie gewann gegen die Technik

Vor der Fotografie stand die Technik. Ich machte eine schulische Ausbildung zum Technischen Assistenten mit Programmieren und Netzwerktechnik - doch die kreative Seite zog stärker. 2012 gab ein Praktikum bei Schöning Fotodesign in Meppen den Ausschlag: Werbefotografie, echte Aufträge, Studiolicht und Photoshop. Danach war die Richtung klar. Es folgte die duale Ausbildung zum Fotografen beim Werbefotografen a|w|sobott, die ich als dritter Landessieger abschloss.

Während der Ausbildung belegte ich am Photo + Medienforum Kiel den Kurs „Virtuelle Fotografie“. In diesem Moment fügte sich alles zusammen. Produkte fotorealistisch darstellen, ohne sie physisch vor der Kamera zu haben - das überzeugte mich als Fotograf sofort.

Als Fotograf sehe ich Licht und Komposition, bevor ich an die Software denke. Genau dieses Auge entscheidet später über ein gutes Rendering.
- Niels Kalz, Produktvisualisierer

2017 ging es für ein Praktikum zur DesignRaum GmbH in die Schweiz - 3D-Visualisierung auf höchstem Niveau mit 3ds Max, VRay und Corona Renderer. Dort lernte ich, wie professionelle Agenturen arbeiten. In meiner späteren Selbständigkeit wechselte ich zu Blender, und das fühlte sich an wie nach Hause kommen.

Viele Fotojobs lassen sich schneller rendern als fotografieren

Über zehn Jahre lang war ich Produktfotograf. Studio, Licht, Kamera, Auslöser - gute Kunden, spannende Projekte, viel kreative Freiheit. Die Werbefotografie liebe ich bis heute.

Irgendwann fiel mir auf: viele Jobs wären als Rendering einfacher als als Foto. Kunden brauchten Produktbilder, bevor das Produkt überhaupt existierte, oder 30 Farbvarianten auf einmal. Das ging smarter.

2018 startete ich mit 3D-Visualisierung. Das bedeutet weit mehr, als „F12“ zu drücken (diese Taste startet in Blender den Renderprozess). Assets pflegen, Workflows optimieren, fotorealistische Materialien entwickeln - genau der Teil, den man von außen nicht sieht, macht den Unterschied. Die Ergebnisse überzeugten erst die Kolleg*innen, dann die Kunden. 2021, mitten in Corona, gründete ich Studio Kalz.

3D-Artist wird man heute über YouTube und Eigeninitiative

Eine klassische Ausbildung zum 3D-Artist gibt es nicht - keinen Gesellenbrief, keinen Meister. Es gibt hervorragende Tutorials, Community-Foren und Learning-by-Doing. Das meiste habe ich mir selbst beigebracht: Blender, Cycles, Shader, Lighting, am Feierabend, aus Neugier. Man muss es wirklich wollen.

Mein Fotografen-Hintergrund half enorm. Licht, Komposition und Materialwirkung musste ich nicht neu lernen, sondern nur in die 3D-Software übersetzen. Wer Fotografie in der realen Welt beherrscht, wendet dieses Wissen 1:1 in 3D an.

Auch das Lernen selbst hat sich verändert. Wissen, das früher nur wenige Institutionen vermittelten, ist heute frei zugänglich. Wer Motivation mitbringt und jeden Abend dazulernt, wird 3D-Artist - ohne Studium, ohne Meisterbrief.

Das Photo + Medienforum Kiel hat 2025 für immer geschlossen

Während sich das Lernen demokratisiert, verschwinden die alten Institutionen. Das Photo + Medienforum Kiel, jahrzehntelang die Adresse für die Ausbildung von Top-Fotograf*innen in Deutschland, hat im Oktober 2025 geschlossen.

Immer weniger Fotografen treffen auf explodierende Bildnachfrage

Die Zahlen sind deutlich. 2007 kamen 27 Auszubildende auf 100 Fotobetriebe, 2017 nur noch 6. Bundesweit halbierte sich die Zahl der Ausbildungsbetriebe im selben Zeitraum.

Gleichzeitig wächst der Bedarf an Bildern rasant. Der E-Commerce-Umsatz in Deutschland stieg von 18 Milliarden Euro (2010) auf über 90 Milliarden (2024). Jedes Produkt braucht gute Bilder - 75 % der Online-Shopper sagen, dass Produktbilder ihre Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen.

Die Rechnung ist einfach: weniger Fotografen, explodierende Bildnachfrage. Genau hier liegt die Chance für 3D-Artists, die fotorealistische Produktvisualisierung schneller, flexibler und oft günstiger liefern als klassische Fotografie.

Weniger Fotografen und immer mehr Produkte, die Bilder brauchen - für 3D-Artists war der Markt selten so offen wie heute.
- Niels Kalz, 3D-Artist

Fünf Tipps für den Start als 3D-Artist

  1. Starte mit Blender. Kostenlos, riesige Community, und Cycles liefert fotorealistische Ergebnisse. Am Anfang braucht es keine teure Software.
  2. Licht und Bildkomposition schlagen 3D-Modelling. Die Modelling-Basics reichen völlig. Wer ein Auge für Licht und Stimmung hat, macht gute Renderings - dabei helfen auch Fotografie- und Studiolicht-Tutorials.
  3. Übe an echten Projekten statt an Donut-Tutorials. Suche dir ein reales Unternehmen, analysiere Produkte und Bildsprache und visualisiere, als wäre es ein Auftrag. So entsteht ein Portfolio, das überzeugt.
  4. Spezialisiere dich früh. Finde deine Nische: Maschinenbau, Möbel, Küchenzubehör, Industrie. Wer „alles“ anbietet, bleibt unsichtbar; wer eine Nische besetzt, wird gefunden.
  5. Fang einfach an. Bau ein Portfolio auf Behance oder besser eine eigene Website und werde jeden Tag etwas besser. Und verschicke im Bewerbungsprozess keine Download-Links - ein Link zum Portfolio reicht.

Ich würde den Weg jederzeit wieder gehen

Der Wechsel vom Fotografen zum 3D-Artist war keine Flucht, sondern der nächste logische Schritt. Alles aus über zehn Jahren Produktfotografie fließt in meine Arbeit ein - jedes Lichtsetup, jede Bildkomposition, jedes Gefühl für Material.

Bei Studio Kalz trifft Fotografie-Know-how auf modernste 3D-Technik: fotorealistische Renderings, KI-gestützte Workflows und interaktive 3D-Inhalte, direkt in Kundenprojekten eingesetzt.

Du suchst einen 3D-Artist, der dein Produkt versteht und in Szene setzt? Dann lass uns reden - ich freu mich drauf!

  • BerufsFotografen.com - Jahresumfrage 2020/21, Teil 4: Ausbildung Fotograf (Ausbildungszahlen 2007-2017)
  • Statista / bevh - E-Commerce-Umsatz Deutschland 2010-2024
  • ElectroIQ - Product Photography Statistics 2025 (Einfluss von Produktbildern auf die Kaufentscheidung)
Und nun?

Mache den ersten Schritt für
erstklassige 3D Produktvisualisierungen!

Diese Unternehmen vertrauen Studio Kalz:

Tolle, professionelle Ergebnisse, angenehme und unkomplizierte Zusammenarbeit und absolut faire Preise. Was will man da noch mehr. Wir freuen uns auf weitere Projekte mit Niels...

Dietmar Stephan

Marketing Brand Manager, Emco Bad

Das Studio Kalz versteht sofort worauf es uns ankommt. Das spart unnötige Korrekturschleifen. Beeindruckend sind dabei die real dargestellten Fasern in unseren Eingangsmatten mit textilen Einlagen in diversen Qualitäten und Farben. Sehr realistisch. Das spart Zeit und Kosten. Perfekt. Danke.

Wilhelm Warren

Marketing Manager, Emco

Wir sind mit der Zusammenarbeit mit Niels Kalz rundum zufrieden. Die Projekte werden kreativ und professionell umgesetzt, und die hochwertigen Renderings stellen unsere Produkte perfekt dar, ohne zeit- und kostenintensive Fotoshootings. Besonders schätze ich, dass Niels Prozesse durch den Einsatz moderner, auch KI‑gestützter Tools spürbar effizienter macht. Kommunikation und Abstimmung liefen jederzeit zuverlässig und angenehm. Absolut empfehlenswert!

Britta Pünt

Leitung Brand Marketing und E-Commerce, Emco

Wir arbeiten bereits seit längerer Zeit mit Niels zusammen und sind rundum zufrieden. Die Qualität seiner Arbeit ist durchweg hervorragend und selbst wenn es einmal besonders schnell gehen muss, können wir uns jederzeit auf ihn verlassen. Die Zusammenarbeit ist stets professionell, zuverlässig und angenehm – wir freuen uns auf viele weitere gemeinsame Projekte.

Veronika Postma

Marketing Communication Manager, Novus Dahle GmbH